Allgemeine Entwicklung
Im Juni 2026 musste der Fondspreis nach zwei außergewöhnlich starken Monaten mit einem kumulierten Zuwachs von über 60 Prozent einen deutlichen Rückgang hinnehmen und verlor 22,96 Prozent an Wert. Die vollständigen Angaben zur Wertentwicklung entnehmen Sie bitte unserem Factsheet.
Starker Kursrückgang der meisten Portfoliowerte im Juni
Im Juni verzeichneten 26 unserer Portfoliounternehmen Kursverluste, während lediglich vier Titel zulegen konnten. Die Rückgänge betrafen alle vier Sektoren des Portfolios. Besonders betroffen waren Wasserstoffunternehmen wie Plug Power, Ceres Power, Ballard Power, ITM Power, Nel ASA und PowerCell Sweden. Aber auch Solarwerte wie Canadian Solar, Daqo New Energy, First Solar, SMA Solar, Enphase und JinkoSolar sowie Novonix, QuantumScape und Eos Energy gaben deutlich nach.
Den größten positiven Beitrag leistete FuelCell Energy, das von sehr positiven Unternehmensnachrichten profitierte.
Zum Monatsende lag die Aktienquote des Portfolios bei 96,0 Prozent.
Enttäuschte Markterwartungen belasten Technologie- und Clean-Tech-Aktien
Die Erwartungen der Finanzmärkte an weitere Leitzinssenkungen in den USA, sowie an eine rasche und nachhaltige Entspannung im Iran-Krieg, erfüllten sich im Juni 2026 nicht. Es passierte genau das Gegenteil, wie weiter unten ausgeführt. Dies belastete die Stimmung an den Aktienmärkten und führte besonders bei zuvor stark gestiegenen Technologie- und Clean-Tech-Aktien zu deutlichen Kurskorrekturen.
Käufe und Verkäufe
Wir nutzten die starken Kursanstiege bei Fluence Energy zum leichten Abbau der Position. Demgegenüber kauften wir gezielt auf sehr niedrigen Niveaus bei folgenden Unternehmen nach: Eos Energy, PowerCell Sweden und Novonix.
Geopolitische Einflüsse werden wieder stärker
Inflation und Leitzinsentwicklung
Die gestiegene Inflation zeigte im Juni 2026 insbesondere an den Technologieaktien und an der Nasdaq wieder deutliche Auswirkungen. Gleichzeitig belasteten die anhaltende Unsicherheit über eine mögliche Lösung des Iran-Kriegs, sowie die weiterhin hohe Volatilität bei den Ölpreisen die Marktstimmung.
Die daraus resultierenden Belastungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette führten dazu, dass zahlreiche Aktien, die im bisherigen Jahresverlauf besonders stark gestiegen waren, teils deutliche Kursrückgänge verzeichneten. Davon blieben auch etliche unserer Portfoliounternehmen nicht verschont. Auch ein ausgehandelter „Deal“ im Iran-Krieg muss zunächst beweisen, dass er langfristig tragfähig ist.
Sowohl der Anstieg der US-Inflationsrate als auch der US-Erzeugerpreisindex (PPI) signalisierten zunehmenden Inflationsdruck. Dadurch wird es für die US-Notenbank zunehmend schwieriger, Zinssenkungen zu rechtfertigen. Stattdessen wächst an den Märkten die Erwartung, dass weitere Zinserhöhungen erforderlich werden könnten.
Die durchschnittliche Inflationsrate in der Europäischen Union ist im Jahresverlauf 2026 wieder deutlich gestiegen. Dies veranlasste die Europäische Zentralbank (EZB), den Leitzins am 11.06.2026 um 0,25 Prozentpunkte anzuheben.
Höhere Zinsen gelten insbesondere für technologieorientierte Wachstumsunternehmen als Belastungsfaktor und können entsprechend zusätzlichen Druck auf die Aktienkurse in diesem Segment ausüben.
Auswirkungen des KI-Booms
In den vergangenen Monaten profitierten zahlreiche Unternehmen aus den Bereichen Wasserstoff, Solarenergie, Batteriespeicher und intelligente Stromnetze (Smart Grids) von den hohen Wachstumserwartungen rund um das Thema Künstliche Intelligenz.
Der weltweit steigende Bedarf an Rechenzentren und elektrischer Energie führte dazu, dass viele Investoren diese Unternehmen als indirekte Profiteure des KI-Booms betrachteten.
Diese Entwicklung war auch in einigen der Unternehmen sichtbar, in die wir investiert sind. Insbesondere Anbieter von Energietechnologien, Netzinfrastruktur und Speicherlösungen wurden zunehmend als notwendige Grundlage für den zukünftigen Energiebedarf der KI-Industrie wahrgenommen.
Im Juni 2026 zeigte sich jedoch, dass diese Verbindung nicht nur positive Auswirkungen haben kann. Die Korrektur zahlreicher KI- und Technologiewerte führte gleichzeitig zu spürbaren Kursrückgängen bei vielen Clean-Tech-Unternehmen.
Obwohl sich die langfristigen Fundamentaldaten unserer Portfoliounternehmen in den Bereichen Wasserstoff, Solar, Batterie- und Netzinfrastruktur nicht verändert haben, gerieten auch diese Aktien im Zuge der allgemeinen Risikoaversion und der breiten Marktverunsicherung unter Verkaufsdruck.
Fazit
Aus unserer Sicht ist die enge Verknüpfung mit dem KI-Sektor ein wesentlicher Erklärungsansatz für die zuletzt schwächere Entwicklung vieler Clean-Tech-Aktien. Die Kursrückgänge spiegeln derzeit weniger eine Verschlechterung der langfristigen Fundamentaldaten unserer Portfoliounternehmen wider, sondern vielmehr die hohe Sensitivität gegenüber Kapitalflüssen und der Marktstimmung im Technologie- und KI-Sektor.
Unternehmens-Entwicklungen
FuelCell Energy
Strategischer Einstieg in den Markt für KI-Rechenzentren
FuelCell Energy hat mit Fit Energy USA eine strategische Vereinbarung über die Bereitstellung von bis zu 380 MW sauberem Grundlaststrom für KI-Rechenzentren geschlossen. Die ersten 30 MW wurden bereits beauftragt und sollen noch 2026 ausgeliefert werden. Die Partnerschaft bestätigt die zunehmende Bedeutung von Brennstoffzellen als zuverlässige Stromversorgungslösung für den stark wachsenden Markt der KI-Infrastruktur.
Finanzierungspaket durch US-Regierung
Die Export-Import-Bank der Vereinigten Staaten hat ein Finanzierungspaket in Höhe von 49 Mio. US-Dollar genehmigt, um den Export amerikanischer sauberer Energietechnologie nach Südkorea zu unterstützen. Die erste Tranche, die Ende Juni 2026 ausgezahlt wurde, stellt dem Unternehmen einen Nettoerlös von rund 22 Mio. US-Dollar zur Verfügung, um die Lieferung von fünf 2,8-MW-FuelCell-Energy-Blöcken an Gyeonggi Green Energy in Südkorea zu unterstützen; eine zweite Tranche soll im Oktober ausgezahlt werden. Der Standort von Gyeonggi Green Energy gehört zu den größten Brennstoffzellenanlagen der Welt und dient als wichtiges Beispiel für den dezentralen Einsatz sauberer Energie im Versorgungsmaßstab.
Operative Entwicklung und Produktionsausbau
Zwar fielen Umsatz und Auftragseingang im zweiten Quartal schwächer aus als im Vorjahr und das Unternehmen wies aufgrund einer außerordentlichen Wertberichtigung einen hohen Nettoverlust aus. Gleichzeitig entwickelte sich die Projektpipeline jedoch äußerst dynamisch. Das Volumen eingereichter Angebote stieg auf rund 4 GW, wobei nahezu 90 Prozent auf Rechenzentren entfielen. FuelCell Energy reagiert darauf mit dem Ausbau seiner Produktionskapazität von 350 MW auf 500 MW jährlich und verfügt mit 373 Mio. USD an liquiden Mitteln sowie einer schuldenfreien Bilanz über eine solide finanzielle Basis.
Fazit
Die kurzfristigen schwachen Quartalszahlen spiegeln die langfristigen Wachstumsperspektiven nur eingeschränkt wider. Wesentlich bedeutsamer sind die strategische Positionierung im Markt für KI-Rechenzentren, die stark wachsende Projektpipeline und die solide Finanzierung. Insgesamt sind die Anleger zunehmend optimistisch, da FuelCell Energy nun über die notwendige Liquidität verfügt, um hochlukrative, langfristige Verträge in der digitalen Wirtschaft abzuschließen.
QuantumScape
QuantumScape mit Schlüsseltechnologie für die Elektromobilität
QuantumScape wird bereits maßgeblich von Volkswagen unterstützt. Es verfolgt keinen Plan zur eigenen Massenfertigung, sondern will Projekte im GWh-Maßstab durch die Vergabe von Lizenzen an Partner realisieren. Die Technologie soll eine sichere Energiespeicherung mit höherer Energiedichte ermöglichen.
Ein zentrales Element der Produktstrategie ist die Zelle namens QSE-5, die als erstes kommerzielles Produkt geplant ist. Diese weist eine Energiedichte von über 844 Wh/l auf. Zudem soll eine Ladedauer von 12,2 Minuten von 10 auf 80 Prozent erreicht werden können.
Im Oktober 2024 startete der Hersteller mit der kleinteiligen Fertigung sowie der Lieferung von B-Mustern für Tests an Kunden aus dem Automobilsektor. Damit hatte QuantumScape die praktische Erprobung der Technologie in der Industrie stark vorangetrieben.
Strategische Partnerschaft mit Honda
Mit Honda konnte QuantumScape nach Volkswagen im Juni 2026 einen weiteren führenden Automobilhersteller als Entwicklungspartner gewinnen. Die mehrjährige Forschungskooperation folgt auf eine erfolgreiche technische Validierung der Technologie und stärkt die Position des Unternehmens im Wettbewerb.
Das nun verkündete Programm ist mehrjährig angelegt und umfasst sowohl die Batterieentwicklung selbst als auch die passenden Fertigungsprozesse. Vorausgegangen war eine intensive technische Prüfung durch Honda, bei der die Technologie auch im direkten Vergleich mit konkurrierenden Verfahren getestet wurde.
Honda-Forschungschef Atsushi Ogawa zeigte sich von den Ergebnissen überzeugt: „Die QS-Technologie hat während unserer Evaluierung überzeugende und einzigartige Vorteile gezeigt“, erklärte er und sieht Potenzial für Anwendungen weit über die Automobilbranche hinaus.
Fazit
Für QuantumScape ist der Deal eine strategische Aufwertung. Bislang war Volkswagen über seine Tochter PowerCo der wichtigste industrielle Partner. Mit Honda kommt nun ein zweiter großer Autokonzern an Bord, was die Position gegenüber Konkurrenten stärkt.

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