Allgemeine Entwicklung
Im April 2026 verzeichnete der Fondspreis einen Zuwachs von 29,05 Prozent und konnte sich damit nach dem Start des Iran-Krieges und der insgesamt angespannten Marktlage deutlich positiv entwickeln. Die vollständigen Angaben zur Wertentwicklung entnehmen Sie bitte unserem Factsheet.
Inflationssorgen wachsen durch Krieg im Nahen Osten
Die gestiegenen Ölpreise schüren neue Inflationssorgen. Die Hoffnung auf eine baldige Lösung des Konflikts im Iran ist gedämpft. Zusätzlich sorgte der angekündigte Austritt der Vereinigten Arabischen Emirate aus der Ölallianz OPEC Ende April 2026 für weitere Verunsicherung an den Märkten. Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar hat sich der Ölpreis um mehr als 50 Prozent verteuert.
Auswirkungen auf mögliche Zinsanpassungen der FED
Die Entwicklung der Energiepreise rückt auch die US-Notenbank Fed in den Fokus, die zu ihrer letzten Zinssitzung unter dem Vorsitz von Jerome Powell zusammenkam. Die Zinsen blieben unverändert, bemerkenswert war jedoch, dass im Gremium vier Gegenstimmen zugunsten von Zinssenkungen vorlagen. Dies schränkt auch für einen möglichen neuen Notenbankchef den Spielraum für zukünftige Zinssenkungen ein. Experten gehen davon aus, dass die Ölpreise auch in den kommenden Monaten auf hohem Niveau bleiben dürften. Damit stellt sich die Frage, ob die energiepreisgetriebene Inflation die Fed zu Zinserhöhungen zwingen könnte.
Steigende Energiepreise setzen entlang der gesamten Wertschöpfungskette eine Kostenweitergabe in Gang. Da diese häufig zeitverzögert erfolgt, dürfte sich die volle Wirkung erst im Sommer oder Herbst in den Inflationsdaten zeigen. Wie stark der Preisdruck ausfällt, hängt maßgeblich davon ab, ob sich die Lage im Nahen Osten kurzfristig entspannt. Eine rasche Entspannung erscheint derzeit jedoch wenig wahrscheinlich.
Der Angriff Irans auf Energieanlagen in Katar im März 2026 markierte einen Wendepunkt in der globalen Energieversorgung und leitete eine neue Phase der Gaspreiskrise ein. Vielen Marktteilnehmern wird damit erneut bewusst, dass die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen ein wesentlicher Risikofaktor bleibt. Die hohen Preise für Diesel und Benzin verdeutlichen dies. In der Folge rückt die Frage der Energiesicherheit wieder stärker in den Mittelpunkt, was die strategische Bedeutung erneuerbarer Energien und von Energiespeichern weiter erhöhen dürfte.
Starker Kursanstieg etlicher Portfoliowerte im April
Nach Beginn des Iran-Kriegs gerieten die Aktienmärkte zunächst unter Druck. Inzwischen differenziert der Markt jedoch stärker und bewertet gezielt, welche Unternehmen vom Anstieg der Öl- und Gaspreise profitieren. Davon betroffen sind insbesondere Unternehmen aus dem Bereich erneuerbarer Energien.
Die preistreibenden Effekte auf Transport, Logistik und Vorprodukte wie Stahl, Aluminium oder Spezialchemikalien treten mittelfristig in den Hintergrund gegenüber den Vorteilen durch den Einsatz kostengünstiger erneuerbarer Energien und der damit verbundenen geringeren Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Diese Entwicklung war bereits seit Beginn des Ukraine-Kriegs zu beobachten und verstärkt die Wahrnehmung, dass solche Krisen als Katalysator für Investitionen im Clean-Tech-Sektor wirken.
Die Entwicklung im April zeigt ein deutliches Bild
Im April verzeichneten zwanzig unserer Portfoliowerte Gewinne, während zehn Werte Rückgänge verzeichneten. Die mit Abstand größten positiven Beiträge kamen aus dem Sektor Wasserstoff, insbesondere von ITM Power, Ceres Power, Plug Power, Nel ASA, Ballard Power, Fuelcell Energy, PowerCell Sweden und DynaCert. Weitere Gewinne kamen von SMA Solar, Canadian Solar, Electrovaya und Elia Systems.
Die größten Einzelverluste im Monat April entfielen auf Enphase Energy, Fluence Energy, JinkoSolar, Enapter und Voltabox.
Zum Monatsende im April lag die Aktienquote unseres Portfolios bei 94,2 Prozent.
Gezielte Käufe und Verkäufe
Wir nutzten die starken Kursanstiege bei SMA Solar, Ceres Power, ITM Power und Plug Power zum Verkauf von Aktien. Demgegenüber kauften wir gezielt auf sehr niedrigen Niveaus bei folgenden Unternehmen nach: Eos Energy, Canadian Solar, Daqo New Energy, thyssen krupp nucera, QuantumScape, Fluence Energy und PowerCell Sweden.
Unternehmens-Entwicklungen
ITM Power
Britische Regierung beteiligt sich mit rund 10 Prozent an ITM Power
Über das staatseigene Unternehmen Great British Energy Group (GBE) beteiligt sich Großbritannien an dem Wasserstoffspezialisten ITM Power. GBE investierte Mitte April im Rahmen einer Privatplatzierung 40 Mio. GBP (rund 46 Mio. Euro) und wird nach Abschluss der Transaktion 10,4 Prozent der Stimmrechte an ITM Power halten.
Fördermittel für neue Technologiegeneration
Zeitgleich mit dem Einstieg von GBE gab ITM Power den Erhalt zusätzlicher Fördermittel bekannt. Die Zuschüsse in Höhe von 46,5 Mio. GBP sollen den Aufbau der Produktion der nächsten Elektrolyseur-Generation unterstützen. Dadurch steigt die Liquidität des Unternehmens bis Jahresende auf rund 210 Mio. GBP.
CEO Dennis Schulz betonte, dass saubere Energie zunehmend zur Stärkung von Energiesouveränität und Resilienz beitrage, insbesondere vor dem Hintergrund geopolitischer Unsicherheiten. Die Kombination aus staatlicher Beteiligung und Fördermitteln stellt dabei einen wichtigen Schritt dar, um ITM Power innerhalb der britischen Wasserstoffwirtschaft weiter zu positionieren. Auch der britische Energieminister Ed Miliband unterstrich, dass die Investition die energiepolitische Ausrichtung auf Versorgungssicherheit und heimische Wertschöpfung widerspiegele.
Kooperation im Bereich synthetischer Kraftstoffe
Darüber hinaus gab ITM Power eine strategische Kooperation mit Rheinmetall bekannt. Im Zentrum steht das Giga-PtX-Projekt, bei dem mittels Strom zunächst Wasserstoff erzeugt und anschließend zu synthetischen Kraftstoffen weiterverarbeitet wird. Ziel ist der Aufbau eines europaweiten Netzwerks dezentraler Produktionsanlagen für synthetische Kraftstoffe im Verteidigungsbereich. Vorgesehen sind mehrere hundert Anlagen mit einer Elektrolysekapazität von jeweils bis zu 50 Megawatt, die jährlich etwa 5.000 bis 7.000 Tonnen E-Kraftstoff produzieren können. Die Zusammenarbeit soll sich zunächst auf Großbritannien konzentrieren.
Entwicklungen im Wasserstoff-Sektor
Lichtblicke im Wasserstoffsektor
In den vergangenen Monaten hat das Investoreninteresse für Wasserstoff spürbar zugenommen. Die Technologie gewinnt insbesondere vor dem Hintergrund steigender Kosten für fossile Energieträger und ihres Beitrags zu einer dezentraleren Energieversorgung an Bedeutung.
Auch wenn sich der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland langsamer vollzieht als noch vor einigen Jahren erwartet, sind konkrete Fortschritte erkennbar. Im Energiepark Bad Lauchstädt in Sachsen-Anhalt wird derzeit die gesamte Wertschöpfungskette erprobt – von der Produktion mittels Elektrolyse über die Speicherung in einer Salzkaverne bis hin zur Einspeisung in bestehende Infrastrukturen. Parallel dazu entsteht im niedersächsischen Lingen eine großskalige Elektrolyseanlage mit einer geplanten Gesamtleistung von 300 Megawatt, deren erste Module bereits in Betrieb genommen werden.
Der steigende Bedarf zeigt sich insbesondere in industriellen Anwendungen. So errichtet Thyssenkrupp Steel in Duisburg eine Direktreduktionsanlage, die perspektivisch vollständig mit Wasserstoff betrieben werden soll. Neben der Stahlindustrie zählen derzeit vor allem Raffinerien und die Ammoniakproduktion zu den wichtigsten Abnehmern, wie das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung hervorhebt.
Wasserstoff als Lösung für physikalische Grenzen der Elektrifizierung
Aus physikalischer Sicht ist Wasserstoff vor allem dort interessant, wo direkte Elektrifizierung an Grenzen stößt. Dies betrifft insbesondere Hochtemperaturprozesse in der Industrie, bei denen sehr hohe und kontinuierliche Temperaturen erforderlich sind, die sich nur schwer elektrisch bereitstellen lassen.
Auch im Schwerlastverkehr, in der Schifffahrt und perspektivisch im Luftverkehr bietet Wasserstoff Vorteile, da hier hohe Energiedichten benötigt werden und Batterielösungen schnell an Gewicht- und Reichweitengrenzen stoßen.
Darüber hinaus ermöglicht Wasserstoff die langfristige Speicherung großer Energiemengen und kann so als Ausgleichsmedium für schwankende erneuerbare Energien dienen.
Diese Eigenschaften machen ihn zu einem zentralen Baustein in Energiesystemen, die auf eine hohe Versorgungssicherheit und Flexibilität angewiesen sind.

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