Managementkommentar – 08.10.2021

Der Fonds tendierte im September 2021 wiederum seitwärts mit einem leichten Minus von 2,3 %. Von insgesamt 33 Werten im Portfolio waren 12 im September im Plus und 21 Positionen lieferten einen negativen Performance-Beitrag. Die größten Gewinn-Beiträge kamen von den drei Hauptsektoren. Diese sind der Solarsektor, der Wasserstoffsektor und die Elektromobilität. Am besten entwickelten sich NOVONIX, Nano One, Fuel Cell, Quantumscape und Sun Power.

Negative Performance-Beiträge lieferten Werte aber ebenfalls aus drei Sektoren. Hier waren beispielsweise Ballard Power, Meyer Burger, ITM Power, JinkoSolar und Aumann im negativen Terrain. Manche Werte wechseln monatlich vom Top-Performer zum Worst-Performer.  Das zeigt, dass die aktuelle Marktsituation nicht eindeutig in eine Richtung geht und unsere Hauptsektoren sich in einer Seitwärtsphase befinden, allerdings auf einem teilweise niedrigen Niveau.

Siliziumkarbid ist die Grundlage für eine neue Generation von Leistungshalbleitern. Cree, ein Titel aus dem e-Mobility Sektor, ist führend bei der Siliziumkarbid-Technik. Vier Jahre Unternehmens-Transformation liegen bei Cree zurück. Unter anderem hat man die komplette LED-Sparte abgestoßen. Als Abschluss folgt jetzt der Namenswechsel: Aus Cree wird Wolfspeed, einem Weltmarktführer für Siliziumkarbid-Technik. Wolfspeed ist jetzt ein reines globales Halbleiter-Powerhouse, also ein reinrassiger Pure-Player. Siliziumkarbid wird die nächste Generation von Leistungshalbleitern prägen. Der Halbleiter bietet völlig neue Möglichkeiten. Wolfspeed steht unter anderem für die Elektrifizierung des Antriebsstrangs bei E-Autos, für eine vernetzte Infrastruktur von Smart-Citys sowie für Stromspeicher, die erneuerbare Energien breiter nutzbar machen. Siliziumkarbid bietet eine höhere Systemeffizienz für mehr Reichweite von Elektrofahrzeugen bei gleichzeitig weniger Gewicht und Platzbedarf.

Wolfspeed verfügt über mehrjährige Rohmaterial-Lieferverträge in Höhe von insgesamt mehr als 1,3 Milliarden US-Dollar, einem vorhandenen Halbleiter-Bauteile-Projektbestand von insgesamt mehr als 15 Milliarden US-Dollar und hat außerdem seine Produktion um den Faktor 30 erweitert. Die Siliziumkarbid-Leistungshalbleiter fertigt Wolfspeed in seiner 200-mm-Fabrik im Mohawk Valley in Marcy, US-Bundesstaat New York. Dabei handelt es sich um die größte Siliziumkarbid-Fertigungsanlage weltweit. Die hochmoderne Anlage soll Anfang 2022 in Betrieb gehen. Der deutsche Halbleiterhersteller Infineon wollte Wolfspeed vor einigen Jahren von Cree übernehmen. Allerdings scheiterte die Übernahme am Veto der US-Behörden. Cree/Wolfspeed ging einige Kooperationen ein. Unter anderem mit ZF und Delphi. ABB kam als Kunde dazu und mit STMicroelectronics und General Motors konnten große Verträge abgeschlossen werden. Dabei ist es ein immenser Vorteil, dass Wolfspeed auf eine 30-jährige Geschichte setzen kann, die ihnen einen erheblichen Wettbewerbsvorteil in der Siliziumkarbid-Industrie verschafft, resultierend mit einem hohen Anteil am Weltmarkt.

Ähnlich wie Cree seinen Weg am Weltmarkt konsequent verfolg, tut dies Plug Power aus dem Wasserstoff-Sektor. Plug Power weitete im September 2021 sein Ökosystem für grünen Wasserstoff mit dem Bau einer neuen hochmodernen Produktionsanlage in Fresno County, Kalifornien, auf die US-Westküste aus.

Als größte Produktionsanlage für grünen Wasserstoff an der Westküste wird die Anlage des auf schlüsselfertige Wasserstofflösungen spezialisierten Unternehmens täglich 30 Tonnen flüssigen grünen Wasserstoff produzieren und Kunden von San Diego bis Vancouver beliefern. Die Anlage wird einen neuen Solarpark mit einer Leistung von 300-Megawatt (MW) nutzen. Mit dem Strom werden PEM-Elektrolyseure von Plug Power mit einer Kapazität von 120 MW betrieben, die Wasser per Elektrolyse in Wasserstoff und Sauerstoff umwandeln. Die kalifornische Anlage reiht sich ein in das wachsende nationale Netzwerk von Plug Power, mit Anlagen in New York, Tennessee und Georgia. Bis 2025 sollen die Anlagen täglich 500 Tonnen flüssigen grünen Wasserstoff liefern. Bis 2028 will Plug Power die Kapazität weltweit auf 1.000 Tonnen Wasserstoff pro Tag erweitern. Im Endausbau will Plug Power den Kunden über sein Produktionsnetzwerk in den USA einen Kraftstoff anbieten, der preislich mit Diesel konkurrieren kann. Plug Power setzt auch weitere angekündigte Vorhaben konsequent um. Kürzlich gaben Plug Power und die SK Group (Seoul) bekannt, dass sie ein Joint Venture gegründet haben, um bis 2024 eine Gigafactory in Südkorea zu errichten, das Massenkapazitäten für Wasserstoff-Brennstoffzellen und Elektrolyseursysteme zur Belieferung des heimischen Marktes und bestimmter Überseemärkte in Asien bietet. Das Joint Venture wird auch die Aufgabe übernehmen, den von SK produzierten Flüssigwasserstoff an etwa 100 Ladestationen im ganzen Land zu vertreiben. SK wird 51 % des Unternehmens halten, während Plug 49 % besitzt. Zu Beginn dieses Jahres investierte die SK Group 1,5 Mrd. USD in Plug Power und startete eine Partnerschaft, um die Expansion der Wasserstoffwirtschaft in Asien zu beschleunigen mit dem Ziel 30 Prozent Marktanteil in Südkorea zu erreichen, einen der wichtigsten Märkte in der Wasserstoff-Wirtschaft. Die neue Europazentrale von Plug Power wird in Nordrhein-Westfalen stehen. Es soll eine 70.000 Quadratmeter große Anlage als Innovationszentrum mit Engineering-Laboren und technischem Support, und als Überwachungs-, und Diagnose-Center entstehen. Von der Expansion nach Europa erhofft sich Plug Power neue und bestehende Kunden zu bedienen und gleichzeitig relevante Partnerschaften mit führenden Anbietern von Wasserstoffanwendungen aufzubauen.

Ein weiterer Pure-Player aus dem Wasserstoff-Sektor findet oftmals keine Beachtung an den Märkten. Hexagon Purus ist norwegischer Spezialist für Hochdruckbehälter und hat im Vergleich zum Vorjahresquartal vor kurzem ein Umsatzwachstum von über 100 Prozent erzielt. Haupttreiber waren die Bereiche Wasserstoffverteilung und Transitbusanwendungen. Hexagon Purus rechnet für das laufende Geschäftsjahr weiterhin mit einem Umsatzwachstum von mehr als 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Es sollen die notwendigen Schritte unternommen werden, um sich zu einem Großserienhersteller zu entwickeln. Ein wichtiger Baustein dafür könnte die Übernahme der Wystrach GmbH sein. Die Wystrach GmbH ist ein System- und Lösungsanbieter für die Speicherung und den Transport von komprimierten Gasen mit einer jahrzehntelangen Erfahrung und hat viele namhafte Kunden aus den Bereichen Mobilität und Industrie, beispielsweise darunter Linde, Daimler oder Air Liquide. Die Produkte des Unternehmens kommen unter anderem auch im Coradia iLint, dem Wasserstoff-Zug von Alstom, zum Einsatz. Wystrach ist seit über 30 Jahren Spezialist für hochkomplexe Hochdrucksysteme und entwickelt unter anderem Stahlbau und Verrohrungen für Wasserstoffanlagen. Mit der Entwicklung und dem Bau kompletter Transport- und Speicherlösungen für Industriegase und Wasserstoff hat sich das Unternehmen aus Weeze als Innovationsführer in der Branche etabliert. Deshalb macht die Übernahme durch Hexagon Purus, die seit mehr als 50 Jahren im Bereich Composite-Hochdrucktechnologie tätig sind, absolut Sinn. Dieser Zusammenschluss bündelt nun die Expertise beider Unternehmen, bietet hohe Kapazität auf dem wachsenden Wasserstoffmarkt und beschleunigt damit die Energiewende.