Managementkommentar – 07.05.2021

Der April 2021 war geprägt von weiteren starken Rücksetzern im Technologiesektor. Reine Wasserstoff-Indizes korrigierten um bis zu 52% vom Höchststand oder auch reine Cleantech-Indizes reduzierten sich seit Jahresbeginn um über 20%. In diesem Umfeld reduzierte sich auch unser Fondspreis im März/April 2021 um zirka 10%. Wir verzeichneten nur geringe Abflüsse und sahen in den letzten Wochen eher Nachkäufe von institutionellen Investoren, wie beispielsweise Dachfonds, aber auch Nachkäufe bei Privatanlegern. Die allermeisten Investoren sind langfristig investiert und das deckt sich mit unseren langfristigen Investitionsansätzen. Wir sehen keinen Grund unsere Strategie zu ändern und sind nach wie vor voll investiert. Auch unser Management nutzte die aktuellen niedrigeren Kurse, um selbst nennenswert Anteile unseres Fonds zu erwerben.

Aus langjähriger Erfahrung wissen wir, dass die Ausverkaufsstimmung immer dann hoch ist, wenn grundsätzlich positive Nachrichten vom Markt komplett ignoriert werden und die Kurse trotzdem weiter fallen – das war in den letzten Wochen der Fall.

Beispielsweise bei Plug Power wurde der Fokus auf die kurzfristige Enttäuschung bei dem letzten Quartalsbericht gelegt und Analysten stuften den Wert sofort um ein Drittel nach unten. Wir müssen das natürlich immer im Blick behalten und ständig prüfen, ob das Investment noch den Qualitätsmaßstäben genügt. Für uns sind aber eher die langfristigen Aussichten wichtig. Natürlich ist wichtig, dass die Bilanzkorrekturen bei Plug Power in Kürze erfolgen, aber entscheidender sind bei Plug Power weitere wichtige strategische Partnerschaften, die zusätzlich verkündet wurden. Im Februar 2021 wies Plug Power, bei einem Kurs von über 70 US-Dollar pro Aktie, eine Marktkapitalisierung von 33 Milliarden USD auf. Anfang Mai 2021, bei 22 US-Dollar pro Aktie, war die Marktkapitalisierung bei zirka 11 Milliarden USD. Die Frage ist nun: “Was hat sich seitdem fundamental verändert?“ Aus unserer Sicht nichts und die 11 Milliarden Marktkapitalisierung sind immerhin mit 5 Milliarden Cash unterlegt.

Dass im Februar die Erwartungen bei vielen Technologie-Unternehmen, insbesondere im Wasserstoff- und -Solarsektor kurzfristig überzogen waren ist Fakt und dass eine Kurskorrektur in solch einer Phase vollkommen normal ist, sogar gesund ist, entspricht unseren Erwartungen. Was unseren Investmentansatz ausmacht ist, dass wir in solchen Situationen besonnen bleiben und nicht das kurzfristige Momentum überbewerten.

Wir suchen nicht solche Unternehmen, die durch Änderungen bei Quartalszahlen aufgeschreckt sind und jedes Mal die Pferde wechseln und eine neue Strategie entwickeln.

Wir suchen Unternehmen, die eine langfristige Strategie haben und konsequent an dieser festhalten. Unternehmen, die sich durch Technologieführerschaft, durch starke Partnerschaften, einer starken finanziellen Cash-Position und einer starken Marktposition auszeichnen.

In den ersten beiden Monaten Im Jahr 2021 kamen die Analysten, insbesondere für den Wasserstoff-Sektor, gar nicht mehr hinterher die Aktienkursziele der Unternehmen nach oben zu schrauben. Jetzt nach den starken Rücksetzern und teilweise 50% niedrigeren Kursen sehen wir eine teilweise übertriebene Konsolidierung. Die allermeisten Unternehmen in unserem Portfolio nutzten die starken Anstiege und verschafften sich eine sehr hohe Eigenkapital Ausstattung durch Ausgabe von neuen Aktien. Diese hohen Cash-Positionen helfen nun die ambitionierten Projekte umsetzen zu können und die hohen Investitionen in den nächsten Jahren tätigen zu können. Wir sehen die extremen Inflationsängste am Markt für unsere Unternehmen nicht als bedrohlich an, auch wenn sie bei manchen Quartalszahlen nun zu geringeren kurzfristigen Gewinnen geführt haben. Der Druck auf die Margen und Gewinne der Unternehmen lag im Wesentlichen durch den Anstieg der Rohstoffpreise begründet, insbesondere auch durch Corona-bedingte Verzögerungen von Lieferungen oder höheren Frachtkosten. Es gab aber auch Unternehmen in unserem Portfolio, die von der Steigerung der Rohstoffpreise profitieren konnten, wie beispielsweise Daqo New Energy, ein Weltmarktführer bei der Lieferung von Polysilizium, welches für die Herstellung von Solarzellen benötigt wird. Daqo konnte seine Gewinne im letzten Quartal verdreifachen, wurde aber trotzdem beim Aktienkurs durch den allgemeinen Markttrend im Solarsektor im ersten Quartal 2021 mit nach unten gezogen. Das zeigt auch sehr gut, dass nicht immer tatsächlich alle Fakten in den Kursen abgebildet werden. Ein anderes Beispiel sahen wir bei Nel Asa. Nel meldete im letzten Quartal einen hohen Verlust. Und Nel stürzte an der Börse sofort um über 15% ab. Was die Marktteilnehmer nicht berücksichtigten war die Tatsache, dass der Verlust zu großen Teilen aus Buchverlusten aus börsennotierten Beteiligungen bestand. Da Nel „At The Market“, also immer zu aktuellen Börsenpreisen, seine Beteiligungen bilanziert, führten entsprechende Kursrückgänge bei den Beteiligungen zu Verlusten. Nicht zu zahlungswirksamen Verlusten, sondern reinen Buchverlusten. Ein um 80% gestiegener Auftragsbestand auf knapp 1,1 Milliarden norwegische Kronen interessierte hier kaum jemanden mehr.

Auch vielen anderen Unternehmen aus dem Solar- und Wasserstoffsektor erging es ähnlich. Positive Meldungen wurden nicht berücksichtigt und negative Aspekte überbewertet. Dies wird aber, aus unserer Sicht und nach unserer Erfahrung kein Dauerzustand bleiben.

Die politischen Unterstützungen, die unsere Sektoren aktuell erleben, haben im April weiter zugenommen. Am Earth Day Summit vom 22. bis 23. April 2021 rief der US-Präsident Biden alle wichtigen politischen Führer zusammen, um Klimaschutzthemen zu besprechen. Die wichtigste Botschaft war: „America Is Back!“. Ziel der USA ist bis 2030 die Emissionen für viele Brennstoffe um 52% zu senken. Auch Kanada, Japan und Südkorea erhöhten ihre Ziele. Brasilien versprach die illegale Abholzung bis 2030 zu beenden. China strebt an die Abhängigkeit vom Kohlestrom bis 2030 zu reduzieren. EU-Kommissionsvize Frans Timmermanns sagte am Earth Day Summit: “Unsere Verpflichtung auf eine klimaneutrale EU wird unsere Politik in den nächsten 30 Jahren leiten!“ Auch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts in Deutschland ab 2030 konkretere Klimaschutzmaßnahmen anzugehen, sorgt für einen verstärkten Wandel in der deutschen Politik für die Unterstützung von Klimaschutz-Investitionen.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass der Kampf gegen den Klimawandel nicht nur in der Welt zum Konsens wird, sondern auch in Deutschland.

Wir sind ständig bestrebt eine hohe Transparenz zu zeigen und die Qualität der Informationen immer weiter zu verbessern. Dazu haben wir auf der Homepage unter https://greenbenefit.com/fonds/  beide Anteilsklassen als tagesaktuelle Factsheets hinterlegt. Ebenso finden sich dort weitere neue Informationen zur monatlichen Performance des Fonds und weitere Informationen.