Managementkommentar – 07.04.2021

Die Auszeichnung mit dem Fund Award Germany 2021 von Lipper, als bester globaler Aktienfond im 3-Jahres Zeitraum, bestätigt unsere langfristige Strategie und die Gewissheit als reiner Nachhaltigkeitsfonds auch unter den allgemeinen globalen Fonds bestehen zu können.

Wir investierten neue Gelder zeitnah und nutzten die niedrigeren Einstiegskurse bei etlichen Unternehmen aus den Sektoren Wasserstoff und Solar. Demzufolge sind wir wieder voll investiert.

Unsere Themen, in die wir investieren, erleben aktuell eine noch nie dagewesene politische Unterstützung. Allein das geplante Infrastrukturpaket von US-Präsident Biden bietet alles: von einer Förderung von Elektrofahrzeugen bis hin zu erneuerbaren Energien. Analysten sagten, es würde Investoren das langfristige Vertrauen geben, das nötig ist, um viel mehr privates Kapital in den Umwelt-Sektor zu ziehen. „Dies bringt den gesamten Übergang zu sauberer Energie in den Hyperdrive“, sagte Paul Bledsoe, strategischer Berater am Progressive Policy Institute und ehemaliger Klimaberater im Weißen Haus von Clinton. Weiter merkte er an: „Ich denke, zum ersten Mal jemals, sorgt es für völlige Sicherheit für Unternehmensinvestitionen in saubere Energie!“ „Versorger sehnen sich nach Sicherheit, da es ihr Job ist, in sehr langfristige Anlagen zu investieren.“

Bidens Plan sieht eine Infusion von mehr als 350 Milliarden Dollar direkt in saubere Energie vor – um die Infrastruktur für Elektrofahrzeuge voranzutreiben, das Stromnetz wiederzubeleben und Forschung und Entwicklung anzukurbeln – plus geschätzte 400 Milliarden Dollar für die Verlängerung und Erweiterung von Steuergutschriften für saubere Energieerzeugung und -speicherung. Vor allem die Vorschläge für Steuergutschriften haben in der Industrie begeisterte Unterstützung gefunden. Das Paket würde die Produktions- und Investitionsgutschriften, die von Erzeugern erneuerbarer Energien in Anspruch genommen werden, um 10 Jahre verlängern. Biden hat den Klimawandel als eine der Top-Prioritäten für seine Regierung herausgestellt.

„Wenn man es nicht über eine spezifische Klimagesetzgebung und nicht über eine Regulierung erreichen kann, dann kann der Versuch, es über etwas wie ein Infrastrukturgesetz zu erreichen, sehr sinnvoll sein“, sagte Robert Stavins, ein Harvard-Professor für Energie und Wirtschaft. „Der Vorteil ist, dass Infrastruktur parteiübergreifend sein kann, zum einen, weil es eine breite Besorgnis über Infrastruktur gibt, zum anderen, weil ein Infrastrukturgesetz von Natur aus Vorteile verteilt“, fügte er hinzu. „Und Politiker, egal von welcher Partei, lieben es, Vorteile zu verteilen.“

Der Dreh- und Angelpunkt von Bidens Plan, den er in einer Rede in Pittsburgh detailliert vorstellte, ist die Schaffung eines nationalen Standards, der von den Versorgungsunternehmen verlangt, eine bestimmte Menge an Solar-, Wind- und anderen erneuerbaren Energien zu nutzen, um amerikanische Haushalte, Unternehmen und Fabriken mit Strom zu versorgen.

Dieser politische Rückenwind ist für langfristige Investoren wie uns ein ideales Umfeld, um strategisch in solche Unternehmen zu investieren, die entsprechend davon profitieren können.

Trotzdem sind solche Unternehmen nicht vor kurzfristigen Rückschlägen gefeit, wie man an dem Beispiel von Plug Power sieht. Nachdem eine positive Nachricht nach der anderen den Kurs von Plug Power zu Jahresbeginn steil ansteigen ließ, sorgten interne hausgemachte Probleme bei der Bilanzierung für starke Verunsicherung. Plug Power hatte bekannt gegeben, dass das Unternehmen seine zuvor veröffentlichten Finanzberichte für die Geschäftsjahre 2020, 2019 und 2018 sowie die Quartalsberichte für 2020 und 2019 anpassen muss. Grund für die Korrekturen sind Fehler, die die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG in der Bilanzierung entdeckt hat. Natürlich prüften wir umgehend alle verfügbaren Informationen und stellten fest, dass es sich nicht um ein schändliches Ereignis handelte, sondern Fehlern wie beispielsweise in der Sale-Leaseback-Bilanzierung. Die Standards in Bezug auf die Art und Weise, wie Unternehmen mit Leasing- und Service-Transaktionen umgingen, haben sich im Laufe der Jahre geändert, und andere Unternehmen mussten ihre Finanzzahlen auch anpassen, sagte ein Analyst von Oppenheimer. Da nicht damit zu rechnen ist, dass durch die Anpassungen die Liquiditätslage des Unternehmens, die Geschäftstätigkeit oder die Wirtschaftlichkeit von Geschäftsvereinbarungen beeinflusst wird, hielten wir an der Position fest. Während die Anpassung der Ergebnisse nie positiv ist, hat die Ursache der Anpassung nichts mit zukünftigen Wachstumspotentialen zu tun, dies ist wichtig zu unterscheiden.

Wir eröffneten eine erste Position bei Enapter, einem der wenigen deutschen Wasserstoff-Pure-Player und beteiligten uns an einer Kapitalerhöhung. Enapter will grünen Wasserstoff mithilfe seiner Anion Exchange Membrane (AEM) Elektrolyse-Technologie günstiger als der Wettbewerb produzieren. Der Vorsprung gegenüber dem Wettbewerb liegt bei der Technologie laut dem Management bei 3 bis 5 Jahren. Die Kerntechnologie, die AEM Elektrolyse mit einer trockenen Kathode, ist in Europa, den USA, China und Indien patentiert und geschützt. Daneben besitzt das Unternehmen, das jährlich 6-8% des Umsatzes in Forschung und Entwicklung investiert, neben einer Anzahl weiterer Patente noch wichtige Kooperation, so zum Beispiel mit den Universitäten Pisa, Madrid, der TU München und dem Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum. In die Massenproduktion will Enapter mit den AEM-Elektrolysesystemen spätestens ab Ende des dritten Quartals 2022 gehen, und zwar im nordrhein-westfälischem Saerbeck. Die Klimakommune Saerbeck wurde von der Enapter AG gezielt als Standort ausgewählt, weil der Ort mehr eigenen grünen Strom produziert als er selbst benötigt. Damit kann die Produktion komplett aus dem grünen dezentral vor Ort produzierten Strom erfolgen. Die gesamte Wertschöpfungskette ist somit zu 100% aus nachhaltiger Energiegewinnung abgedeckt.

Quantumscape, eines unserer jüngeren Investments, hat einen vertraglich vereinbarten Meilenstein erfüllt, damit Volkswagen weitere 100 Millionen US-Dollar in das Unternehmen investiert. Die Festkörper-Lithium-Metall-Zellen des US-Unternehmens waren erfolgreich in den VW-Laboren in Deutschland getestet worden. Quantumscape ist eine Ausgründung der Stanford University und hält mehr als 200 Patente für Feststoffbatterien. Morgan-Stanley bezeichnete die Technologie vor kurzem als „bahnbrechend“. VW ist seit 2018 an dem Unternehmen beteiligt. Beide Unternehmen arbeiten seit 2012 zusammen. Diese Art von Akkus lassen sich schneller laden und sollen die Reichweite der Elektrofahrzeuge um bis zu 80 % erhöhen. Damit könnte sich VW einen entscheidenden Vorteil in seiner Batteriestrategie verschafft haben und für Quantumscape ist ein so großer und starker Partner wie VW ein Wettbewerbsvorteil. 2025 will VW den Feststoffakku von Quantumscape einführen. Dadurch soll sich die Ladezeit auf 12 Minuten reduzieren. Neben VW sind Bill Gates und George Soros ebenfalls investiert.