Managementkommentar – 04.05.2022

Entwicklung des Fonds

Der Fondspreis ging im April 2022 um 10,9 % zurück. Der andauernde Krieg in der Ukraine, sowie wieder aufkommende Zinsängste waren im Wesentlichen der Grund für den Rücksetzer.

Performance bei den einzelnen Portfoliowerten zeigt ein gemischtes Bild
Von insgesamt 30 Werten im Portfolio waren im April 8 im Plus und 22 Werte lieferten einen negativen Performance-Beitrag. Die größten Gewinn-Beiträge kamen von dem Solar-Sektor, denn von den 8 Gewinnern waren 4 Solarunternehmen, wie z.B. Meyer Burger, JinkoSolar, SMA Solar und Daqo New Energy. Weitere Gewinner kamen aus dem Wasserstoff-Sektor, hier insbesondere die europäischen Werte wie Everfuel, Hexagon Purus und Ceres Power. United Natural Foods, aus dem Sektor Ernährung, lieferte ebenfalls einen positiven Beitrag.

Negative Performancebeiträge kamen aus allen Sektoren, da die allgemeine Marktschwäche hier durchschlug. Am schlechtesten performten Ballard Power, Plug Power, Novonix, PowerCell Sweden und QuantumScape – allesamt Werte, die letzten Monat zu den Bestperformern gehörten. 

Trotz der schwächeren Phase im Markt konnten wir im April weitere Netto-Zuflüsse von 5,5 Mio. Euro erzielen.

Unternehmensanalyse

Neuaufnahme ins Portfolio von Hyzon Motors aus dem Sektor Wasserstoff

Wir legen viel Wert darauf, möglichst die gesamte Wertschöpfungskette bei einem Sektor abzubilden. Insbesondere beim Wasserstoff-Sektor, der eine hohe Gewichtung in unserem Portfolio aufweist, ist dies elementar. Wir haben einen Wert aus dem Transportbereich im Sektor Wasserstoff neu ins Portfolio aufgenommen und haben damit aktuell 13 Positionen in Wasserstoff-Unternehmen.

Hyzon Motor – ein reiner Pure-Player mit soliden Finanzkennzahlen
Hyzon Motors hat seinen Hauptsitz in den USA und internationale Niederlassungen in den Niederlanden, Singapur, Australien, Deutschland und China. Hyzon ist ein Unternehmen im Bereich der Brennstoffzellen-Mobilität mit einem Fokus auf den Nutzfahrzeugmarkt. Die Technologie wurde die letzten 20 Jahre entwickelt und Hyzon hat Patente auf seine Brennstoffzellentechnologie. Hyzon zielt darauf ab, emissionsfreie Lkw und Busse an Kunden in Nordamerika, Europa und auf der ganzen Welt zu liefern. Ein reiner Pure-Player, da nur Wasserstoff-Fahrzeuge vermarktet werden. Das Unternehmen ging 2020 an die Börse. Es ist ein schuldenfreies Unternehmen und weist aktuell eine Marktkapitalisierung von ca. 1 Mrd. USD auf und hatte Ende 2021 Cash in Höhe von 445 Mio. USD. Es ist ein kleines Unternehmen und wächst sehr stark. Der Auftragsbestand konnte seit Juli 2021 bis März 2022 um 246 % gesteigert werden. 2021 wurden 87 schwere und mittelschwere Lastkraftwagen ausgeliefert und aktuell fahren 500 Fahrzeuge mit der Technologie von Hyzon. 2022 sollen 300 bis 400 Fahrzeuge ausgeliefert werden. Davon wurden im April 2022 beispielsweise bereits 18 Fahrzeuge an die Hylane GmbH, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der DEVK Versicherung verkauft. Im Rahmen des nachhaltigen Mobilitätsmodells von Hylane können Flottenbesitzer Hyzon-Fahrzeuge über einen Mietvertrag mit Hylane in ihrem Betrieb einsetzen. Außerdem wird erwartet, dass die Kunden nur für die tatsächlich gefahrenen Kilometer zahlen. Durch diesen Pay-per-Use-Ansatz erwartet Hylane, das Risiko für die Kunden zu minimieren und gleichzeitig das Tempo zu beschleunigen, um Dieselfahrzeuge mit emissionsfreien Fahrzeugen zu ersetzen. Es wird erwartet, dass Deutschland in den kommenden Jahren einer der wichtigsten Märkte für emissionsfreie Nutzfahrzeugtechnologien sein wird.

Porsche gibt Gas bei Elektrifizierung – QuantumScape ein wichtiges Puzzleteil

Porsche hat große Pläne mit dem E-Antrieb. Kürzlich erklärte der CEO von Porsche, dass der Autohersteller sein Ziel aktualisiert hat, bis 2030 bereits 80 % der Fahrzeuge zu elektrifizieren. Entscheidend dabei könnte sein, dass der deutsche Automobilhersteller mit QuantumScape zusammenarbeitet, um Festkörperbatterien in künftigen Porsche-Elektrofahrzeugen zu nutzen.

QuantumScape macht große Fortschritte bei der Entwicklung seiner Festkörpertechnologie. Das Unternehmen hat mittlerweile eine Feststoffzelle mit 16 Schichten hergestellt, die nach 500 Schnellladezyklen von á 15 Minuten noch über 80 Prozent Kapazität aufweist. 2020 hatte das Startup mit einer einschichtigen Variante begonnen und die Anzahl der Schichten immer weiter erhöht. Im November 2021 zeigte QuantumScape noch zehnschichtige Zellen, d.h. die Entwicklung ist bemerkenswert und man ist damit der Konkurrenz voraus. Der CEO von QuantumScape Singh sieht auch einen Ausweg aus den steigenden Rohstoffpreisen für Nickel und Lithium. Die Technologie von QuantumScape setzt auf eisenbasierte Chemikalien und verzichtet auf herkömmliches Anodenmaterial. „Unsere Architektur ist kathodenunabhängig, sodass wir von Nickel zu Eisen wechseln können“, so Singh wörtlich. Er fügte hinzu: „Wenn man eisenbasierte Kathoden mit unserer Lithium-Eisen-Anode koppelt, erhält man eine 50-prozentige Steigerung der Energiedichte.“

Politik

EU- Klimachef: „Wasserstoff wird ein zentrales Element in unserer Wirtschaft der Zukunft sein!“

Wasserstoff wird für die künftige Wirtschaft Europas von entscheidender Bedeutung sein, insbesondere für die Speicherung und den Transport von grüner Energie“, sagte EU-Klimachef Frans Timmermans Ende April 2022 vor dem Europäischen Parlament.

Wasserstoff wird ein zentrales Element in unserer Wirtschaft der Zukunft sein„, fügte er in einer Diskussion hinzu, in der es auch um die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine, den Stand der neuen europäischen Klimagesetzgebung und die Lebensmittelsicherheit ging. Das Treffen fand vor dem Hintergrund statt, dass Russland die Gaslieferungen an Polen und Bulgarien eingestellt hat und die EU versucht, sich von der Nutzung russischer fossiler Brennstoffe zu lösen.

Dies bedeutet, dass Europa in der Zwischenzeit mehr Flüssigerdgas (LNG) und Pipelinegas von anderen Partnern benötigt“, sagte Timmermans.
Dieses sollte aus möglichst vielen verschiedenen Lieferländern kommen, damit die EU nicht zu sehr von einem einzigen abhängig wird“, fügte er hinzu. „Ein Problem dabei ist jedoch, dass viele Lieferanten langfristige Verträge für fossiles Gas anstreben, aber erkennen, dass die Nachfrage in Europa im Zuge der Dekarbonisierung und der Hinwendung zu erneuerbaren Energien wahrscheinlich zurückgehen wird. Daher bietet die Europäische Kommission langfristige Partnerschaften an, die mit der Lieferung von LNG beginnen und in der Wasserstoffwirtschaft enden„, so Timmermans.

Timmermans stellt sich eine Wasserstoffwirtschaft rund um das Mittelmeer vor, in der jedes Land von den anderen abhängig ist und jedes Land einen Anteil an der Produktion, Verteilung und Nutzung von grünem Wasserstoff hat. „Das ist die Zukunft“, sagte Timmermans. „So schafft man auch mehr Stabilität im geopolitischen System. So bieten Sie eine enorme Chance für die Entwicklung Afrikas.“