Managementkommentar – 06.07.2021

Nach der Bodenbildungsphase im Mai konnte der Fonds im Juni 2021 wieder zulegen und um 9,9 Prozent im Wert steigen. Der größte Performance-Beitrag kam vom Solarsektor und insbesondere von JinkoSolar, Meyer Burger, SunPower, Maxeon Solar und Canadian Solar. Aber auch der Wasserstoffsektor konnte zur positiven Performance beitragen. Hier waren Plug Power und ITM Power sehr stark. Von insgesamt 34 Werten im Portfolio waren 24 im Plus und nur 10 lieferten einen negativen Performance-Beitrag. Dazu gehörten Daqo New Energy, DynaCert, EverFuel, Novonix und Fuel Cell, also praktisch aus allen drei Hauptsektoren, in denen der Fonds investiert ist. Dies sind aktuell der Wasserstoffsektor, der Solarsektor und die Elektromobilität.

Wir haben die Sektorengewichtung beibehalten, lediglich der Anteil der Solarunternehmen stieg leicht durch die bessere Performance dieses Sektors.

Nicht mehr im Portfolio sind die Aktien von Akasol, die von Borg Warner übernommen wurden. Die freigewordenen Gelder nutzten wir, um die Positionen bei QuantumScape und Maxeon Solar aufzustocken.

Im letzten Monatskommentar berichteten wir über das Schweizer Solarunternehmen Meyer Burger Technology und deren planmäßigen Wandel vom reinen Equipment-Zulieferer zum Hersteller von Solarzellen und -modulen. Meyer Burger gibt nun richtig Gas und hat sich mit der Ausgabe neuer Aktien, sowie einer grünen Wandelanleihe neue finanzielle Flexibilität verschafft. Es wurden aus der Platzierung neuer Aktien 80 Millionen Schweizer Franken erlöst. Über die deutsche Tochtergesellschaft MBT Systems GmbH wurde eine grüne Wandelanleihe in Höhe von 145 Millionen Euro herausgegeben. Erst kürzlich hatte sich das Unternehmen ein Finanzierungsangebot mit einem Konsortialkreditvertrag über 125 Millionen Euro und einem Factoringvertrag über 60 Millionen Euro gesichert. Mit dem Geld soll der Ausbau der Produktionskapazitäten für die Heterojunction-Solarzellen und -Solarmodule beschleunigt werden.

Sehr gut weiter erholen konnte sich auch JinkoSolar, die TOP Position im Portfolio. Als Zykliker ist JinkoSolar von Konjunktur- und Preisentwicklungen abhängig.  Durch eine strategische Beteiligung an der Inner Mongolia Xinte Silicon Materials will JinkoSolar künftig weniger vom Siliziumangebot und dessen Preisschwankungen abhängig sein. JinkoSolar vereinbarte zusätzlich mit China Cosco Shipping eine Kooperation, um seine Kunden noch komfortabler beliefern zu können. JinkoSolar konnte seinen Absatz im letzten Quartal um 33,7 % auf 5.354 Megawatt an Solarprodukten steigern. Immens wichtig ist, dass JinkoSolar ständig an einer Verbesserung seiner Produkte arbeitet, um so seine Marktanteile auszubauen. Dazu haben sie den Bau einer hocheffizienten Technologieplattform für beschichtete Perowskit-Zellen abgeschlossen, die voraussichtlich noch in diesem Jahr einen bahnbrechenden Zellwirkungsgrad von über 30 % erreichen werden.

Das norwegische Wasserstoffunternehmen Nel ASA hat große Pläne: Der Konzern verfolgt das Ziel, die Kosten für grünen Wasserstoff auf 1,50 US-Dollar je Kilogramm zu reduzieren. Nel ASA will dies mittels Kooperationen mit namhaften Großunternehmen wie Mitsubishi, Hyundai, Nikola und Yara International erreichen. Ebenfalls kam es kürzlich mit Howden, einem führenden Hersteller von Gashandling-Lösungen, zu einer Einigung über einen Rahmenvertrag, der die Lieferung von Wasserstoffkompressoren sicherstellen soll. Mit diesen Kompressoren soll die Herstellung von Wasserstoff kostengünstiger gestaltet werden, damit Nel ASA sein Ziel besser erreichen kann.  

Aus Schweden könnten für Nel ASA die langerwarteten Großaufträge kommen. Ende Juni meldete man eine Kooperation mit Ovako, Volvo, Hitachi, ABB, Power Grids Sweden und H2 Green Steel für CO2 neutralen Stahl. Nel’s Elektrolyseur beliefert die HYBRIT-Pilotanlage in Luleå, Schweden. Seit 2016 verfolgt die Initiative HYBRIT, eine Kooperation von SSAB (Swedish Steel AB), LKAB (Luossavaara-Kiirunavaara AB, Eisenerzförderer in Schweden) und Vattenfall (Energieversorger) den Zweck, die effizienteste Wertschöpfungskette von der Mine bis zum Stahl zu schaffen. Gemeinsam will man 2026 der Erste sein, der fossilfreien Stahl im industriellen Maßstab auf den Markt bringt. Bei vollständiger Umsetzung im Jahr 2026 soll ein Energiebedarf von 55 TerraWatt bestehen, das wären Großaufträge für Nel ASA. Die HYBRIT-Pilotanlage in Luleå, Schweden, hat die Testproduktion von Eisenschwamm abgeschlossen und zeigt, dass es möglich ist, fossilfreien Wasserstoff zur Reduzierung von Eisenerz zu verwenden, anstatt Kohle und Koks zur Entfernung des Sauerstoffs zu nutzen. Die CO2-Emissionen sollen um etwa die Hälfte gegenüber dem aktuellen Niveau reduziert werden.

H2 Global ist eine wichtige Initiative der Bundesregierung zur Förderung Produktion grünen Wasserstoffs im Ausland und zum Export nach Deutschland. Bereits dieses Jahr ist H2 Global mit 900 Mio. Euro ausgestattet. Ziel des H2 Global-Konzeptes ist die Schaffung eines effizienten Förderprogramms für einen zeitnahen Markthochlauf und Import von grünem Wasserstoff und Power-to-X-Produkten (PtX) nach Deutschland. Projekte mit mindestens 100 MW Elektrolyse-Kapazität, die mit erneuerbaren Strom grünen Wasserstoff produzieren könnten, nehmen an einer marktwirtschaftlichen beidseitigen Versteigerung teil. Nel kann hier mit seinen neuen „Großprojektpartnern“ Wood und Aibel an einer Vielzahl von Ausschreibungen mit einer nennenswerten Mindestgrößenordnung teilnehmen.

Nicht nur Nel ASA hat hochgesteckten Ziele, sondern auch das US-Energieministerium. Dieses gab im Juni bekannt, dass es eine „Earthshots“-Initiative startet, um die Kosten für saubere Energie innerhalb eines Jahrzehnts zu senken – beginnend mit dem ersten Ziel, die Kosten für sauberen Wasserstoff auf 1 Dollar pro Kilogramm zu senken. „Die Energy Earthshots sind ein Aufruf zur Innovation, zur Zusammenarbeit und zur Beschleunigung unserer sauberen Energiewirtschaft, indem die schwierigsten verbleibenden Barrieren angegangen werden, um aufkommende saubere Energietechnologien schnell und in großem Maßstab einzusetzen“, sagte Energieministerin Jennifer Granholm in einer Erklärung. Das Ziel für die Wasserstoff-Energie ist es, die Kosten um etwa 80 Prozent zu reduzieren, da Wasserstoff der mit erneuerbarer Energie hergestellt wird, derzeit etwa 5 Dollar pro Kilogramm kostet, so das Ministerium. In ihrer Erklärung beschrieb Granholm grünen Wasserstoff als einen „Game Changer“.

Auch die EU verbindet mit ihrer Wasserstoffstrategie hohe Ziele. Der Staatenverbund will bis 2024 mindestens 6 Gigawatt an erneuerbaren Wasserstoff-Elektrolyseuren in der EU installiert haben, bis 2030 sollen es mindestens 40 Gigawatt betragen.

Von allen Seiten kommen News zum Thema Clean-Tech, beispielsweise aus Indien. Hier hat zuletzt der Großkonzern Reliance Industries innerhalb der nächsten drei Jahre Investitionen von 10 Mrd. US-Dollar in verschiedene Wasserstoff- und Erneuerbare-Energie-Projekte angekündigt. So wird der Bau einer Fabrik geplant, in der Elektrolyseure zu geringsten Kapitalkosten und mit höchstem Wirkungsgrad entstehen sollen.

Reliance Industries geht davon aus, dass Indiens neue grüne Wirtschaftszweige zukünftig Millionen neue Arbeitsplätze aufgebaut werden. Die Schaffung neuer „grüner“ Arbeitsplätze steht erst am Anfang eines längerfristigen Zyklus und wir sind mit unseren Investments ein Teil davon.